Kultusminister Althusmann zu Gast in den BBS Münden

HANN. MÜNDEN. „Das war ein dickes Brett, was der Landrat hier gebohrt hat“, sagte der Niedersächsische Kultusminister Dr. Bernd Althusmann während einer Pressekonferenz in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Münden. Denn Landrat Reinhard Schermann hat es mit Hilfe der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen sowie der Industrie- und Handelskammer in Göttingen geschafft, den Minister von der systematischen Einführung des Schülercoachings an allen Berufsbildenden Schulen des Landkreises Göttingen zu überzeugen. Bernd Althusmann hat das Innovationsvorhaben offiziell genehmigt.

Es wird ab dem neuen Schuljahr nach den Sommerferien an allen fünf Berufsbildenden Schulen des Landkreises – nämlich der BBS I, der BBS II und der BBS Ritterplan in Göttingen, der BBS Duderstadt und der BBS Hann. Münden – praktiziert.

Seit vier Jahren werden Schüler der BBS Münden systematisch gecoacht und das nachweislich mit Erfolg. Minister_AlthusmannDas machten Gesamtprojektkoordinator Studienrat Dr. Albert Fischer von den BBS Münden und sein Stellvertreter Studienrat Gerrit Klinge von der BBS Duderstadt deutlich. Klassenklima verbessert Durch das Schülercoaching wurde das Klassenklima verbessert, die Leistungen der Schüler gesteigert und die Schulabschlussquoten erhöht. „Die Ergebnisse des erreichten Klassenziels bei gecoachten Jugendlichen liegt höher als der Landesdurchschnitt“, betonte Fischer. Und an den Minister gewandt sagte Klinge „Wir denken, dass Sie mit der Genehmigung ein Zeichenauch über den Landkreis hinaus setzen.“ Das sieht auch der Landrat so. Er bezeichnete das Innovationsprojekt als wichtige Weichenstellung der Arbeit in den Berufsbildenden Schulen des Landkreises. „Es war ein hartes Stück Arbeit, die Genehmigung hinzukriegen“, erklärte Schermann. „Die jungen Menschen müssen ganz persönlich betreut werden, wir können Schüler ohne Hauptschulabschluss nicht einfach so fallen lassen.“Das sieht auch der Minister so, „denn es ist unser Ziel, jedem Jugendlichen eine Chance auf Zukunft zu bieten.“ Und weil er von dem Erfolg überzeugt sei, habe er das kostenintensive Modell auch genehmigt. Gerd Reddig, Schulleiter der BBS Münden, listete die Auszeichnungen, die die BBS Münden für das Coaching-Modell bereits erhalten hat, auf: den Deutschen Berufsschulpreis 2009, den Innovationspreis des Landkreises Göttingen im vergangenen Jahr und eine Würdigung. 

Auf dem Bild von links: Landrat Reinhard Schermann, Schulleiter der BBS Münden: Gerd Reddig, Kultusminister Dr. Bernd Althusmann, Projektkoordinatoren: Gerrit Klinge (BBS Duderstadt) und Dr. Albert Fischer (BBS Münden), Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen: Andreas Gliem, Schulleiterin BBS Ritterplan: Maria Harberding, BBS Arnoldi-Schule: Stefanie Lotze

Hintergrund: Coaching in der BBS Coaching ist ein in der freien Wirtschaft bewährtes Konzept. Das Coaching an der BBS soll den Schülern ermöglichen, in vertrauensvollen und individuellen Einzelgesprächen mit den Lehrkräften selbst ihre Stärken und Schwächen zu identifizieren. Die Schüler sollen eigenständige Strategien entwickeln, um Stärken zu fördern, Probleme zu lösen und Defizite zu beseitigen. Jugendlichen soll so der Übergang in eine reguläre Berufsausbildung und Erwerbstätigkeit erleichtert werden. Die Teilnahme am Coaching ist für Schüler und Lehrer freiwillig. Jede Lehrkraft führt pro Woche in einer unterrichtsfreien Stunde ein Coaching-Gespräch von 45 Minuten. Dadurch kommen die Schüler regelmäßig an die Reihe. (zpy)