Berufsfachschule Altenpflege

Dreijährige Berufsfachschule Altenpflege 

Ausbildungsziel und Dauer der Ausbildung 

Die Ausbildung soll die Schüler/innen befähigen die selbständige und verantwortliche Betreuung, Pflege und Beratung alter Menschen in allen Bereichen der Altenpflege und Altenhilfe zu übernehmen. 

Die Ausbildung in der Berufsfachschule dauert 3 Jahre. 

Rechtliche Grundlagen 

Nach dem bundeseinheitlichen Altenpflegegesetz wird die praktische Ausbildung in Kooperation mit einer Altenpflege- oder Altenhilfeeinrichtung durchgeführt. Hierzu schließen Sie einen Vertrag "zur praktischen Ausbildung" direkt mit einer Altenpflege- oder Altenhilfeeinrichtung ab. Die Ausbildungseinrichtung ist verpflichtet eine Ausbildungsvergütung zu zahlen (Ausnahmen s. nächster Abschnitt). Die Verordnung über Berufsbildende Schulen (BBS-VO) vom 24.07.2000 sowie die Verordnung zur Änderung der BBS-VO vom 17.07.2003  regeln die schulische  und teilweise die praktische Ausbildung. 

Andere Finanzierungsmöglichkeiten 

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit einer Förderung durch die für den eigenen Wohnort zuständige Agentur für Arbeit. Die BBS Münden ist anerkannt als Trägerin von Bildungsmaßnahmen nach §§ 84,85 SGB III. 

Aufnahmevoraussetzungen 

Wer den Beruf der Altenpflegerin/des Altenpflegers erlernen will, muss folgende Voraussetzungen mitbringen: 

  • Gesundheitliche und persönliche Eignung
    und
  • Sek. I -Realschulabschluss bzw. einen als gleichwertig anerkannten Bildungsabschluss
    oder
  • eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung, die den Hauptschulabschluss erweitert
    oder 
  • den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zum Altenpflegehelfer/ zur Altenpflegehelferin oder die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung Krankenpflegehelfer/Krankenpflegehelferin
    und
  • einen Vertrag zur praktischen Ausbildung mit einer Altenpflege- / Altenhilfeeinrichtung 

Praktische Ausbildung 

Während des Bildungsganges wird eine praktische Ausbildung in geeigneten Einrichtungen der Altenpflege und Altenhilfe durchgeführt. Die Dauer der praktischen Ausbildung beträgt 2500 Stunden. Die praktische Ausbildung in den Versorgungsformen der stationären, teilstationären und ambulanten Pflege ist in mindestens drei der folgenden Einrichtungen durchzuführen: 

  1. Heim oder eine stationäre Pflegeeinrichtung für alte Menschen
  2. ambulante Pflegeeinrichtung deren Tätigkeitsbereich die Pflege alter Menschen einschließt
  3. psychiatrische Klinik mit gerontopsychiatrischer Abteilung oder andere Einrichtungen der gemeindenahen Psychiatrie
  4. Allgemeinkrankenhaus möglichst mit geriatrischer Fachabteilung oder geriatrischem  Schwerpunkt oder geriatrische Fachklinik
  5. Einrichtungen der offenen Altenhilfe / Tagespflege 

Davon müssen mindestens 2000 Zeitstunden in Einrichtungen nach den Nummern 1 und 2 abgeleistet werden. 

Ort und Zeitpunkt der praktischen Ausbildung regelt die Schule. Die praktische Ausbildung wird in Blockform durchgeführt. 

Schulische Ausbildung 

Die Inhalte der dreijährigen Ausbildung sind nach Lernfeldern gegliedert. Sie bilden thematische Einheiten, die sich auf die komplexen beruflichen Anforderungen und Aufgabenstellungen der Altenpflegerin/ des Altenpflegers beziehen. Diese beinhalten  konkrete berufliche Handlungen sowie nicht erschließbare innere Prozesse wie z.B. Einstellungen, Bewertungen und Haltungen. 

Ziel der Ausbildung ist der Erwerb einer umfassenden beruflichen Handlungskompetenz. 

Unterrichtsfächer

Gesamtwochen-stunden des dreijährigen Bildungsganges

Übergreifender Lernbereich

Deutsch / Kommunikation

Englisch / Kommunikation

Politik

Religion

 

 

 

7,5 Stunden

Berufsbezogener Lernbereich

siehe nächste Seite.

 Ausbildungsbeginn und –ende 

Die Ausbildung beginnt jeweils am ersten Schultag nach den niedersächsischen Sommerferien und endet nach 3 Jahren. Die Anmeldung ist bis Ende Februar erwünscht. 

Berufsabschluss und Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung 

Die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Altenpflege erhalten nach erfolgreichem Abschluss der Berufsfachschule Altenpflege und der Vorlage eines einwandfreien Führungszeugnisses auf Antrag vom niedersächsischen Landesamt für Soziales, Außenstelle Lüneburg, die Urkunde mit der Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung „Altenpfleger / Altenpflegerin“. 

Ohne Urkunde darf  weder die Berufsbezeichnung geführt werden, noch darf als Altenpflegerin / Altenpfleger gearbeitet werden. 

Berufsbezogene Lernbereiche 

 

 

Lernfelder

Stunden im 3-jähr. Bildungsgang

1.

Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege

Theoretische Grundlagen in das altenpflegerische Handeln einbeziehen

 

80 Stunden

 

Pflege alter Menschen planen, durchführen, dokumentieren und evaluieren

 

120 Stunden

 

Alte Menschen personen- und situationsbezogen pflegen

 

720 Stunden

 

Anleiten, beraten und Gespräche führen

 

80 Stunden

 

Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken

 

200 Stunden

2.

Unterstütz-ung alter Menschen bei der Lebensge-staltung

Lebenswelten und soziale Netzwerke alter Menschen beim altenpflegerischen Handeln berücksichtigen

 

120 Stunden

 

Alte Menschen bei der Wohnraum- und Wohnumfeld-gestaltung

unterstützen.

 

60 Stunden

 

Alte Menschen bei der Tagesgestaltung und bei selbst organisierten Aktivitäten unterstützen.

 

120 Stunden

3.

Rechtliche und institutionelle Rahmenbe-dingungen altenpfleger-ischer Arbeit

Institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen beim altenpflegerischen Handeln berücksichtigen

 

120 Stunden

 

An qualitäts-sichernden Maßnahmen in der Altenpflege mitwirken

 

40 Stunden

4.

Altenpflege als Beruf

Altenpflege als Beruf ausüben

 

240 Stunden